In Nippon Kotsu-Taxis in Kinosaki Onsen (Toyooka, Japan) läuft seit Februar 2026 ein Praxistest mit einem KI-gestützten Übersetzungsavatar. Ziel des Projekts ist es, die Verständigung zwischen Taxifahrern und ausländischen Fahrgästen ohne klassische Dolmetscher zu ermöglichen und so einem der größten praktischen Hindernisse im japanischen Tourismus entgegenzuwirken.
Konzept und Funktionsweise
In den Testfahrzeugen ist jeweils ein Tablet im Fond installiert, auf dem ein visueller KI-Avatar in Kimono-Gestalt erscheint. Dieses System fungiert als zweisprachiger Dolmetscher und interaktive Informationsquelle:
- Reisende sprechen in ihre Sprache in das Gerät,
- die KI übersetzt die Äußerungen in Japanisch und gibt sie als Sprachausgabe an den Fahrer weiter.
- Antworten des Fahrers werden simultan in die jeweilige Fremdsprache übertragen.
Zusätzlich zur reinen Übersetzung bietet das System eine integrierte Tourismusfunktion:
Es liefert Informationen zu Restaurants, Sehenswürdigkeiten und lokalen Services, wenn entsprechende Fragen gestellt werden.
Aktuell unterstützt das System vier Sprachen:
- Englisch,
- Chinesisch,
- Koreanisch
- und Deutsch
Das Ganze ist ein deutlicher Schritt über die üblichen Übersetzungs-Apps hinaus, die vor allem offline begrenzt sind.
Hintergrund: Sprachbarrieren im japanischen Tourismussektor
Japan erlebt seit Jahren einen markanten Anstieg internationaler Besucherzahlen. In kleineren Touristenzielen wie Kinosaki Onsen, die pro Jahr rund 60 000 ausländische Gäste anziehen, steigt die Nachfrage nach individuellen Taxifahrten. Dabei führt die Sprachbarriere häufig zu Kommunikationsproblemen, da viele Fahrer kaum Fremdsprachen sprechen und klassische Übersetzungs-Apps während der Fahrt unpraktisch sind.
Taxifahrer greifen derzeit vielfach auf Smartphones zur Übersetzung zurück, was aufgrund der Bedienung während der Fahrt zu Unterbrechungen und Ablenkungen führen kann. Laut Vertretern der Branche soll das KI-System Unterhaltungen ohne Fahrzeugstopp ermöglichen und so sowohl die Effizienz als auch das Reiseerlebnis verbessern.
Branchentrends und Perspektiven
Die Einführung von KI-Dolmetschern in Taxis reiht sich in eine breitere Bewegung ein, Japan als mehrsprachiges Reiseziel fit für globalen Tourismus zu machen. Ähnliche Initiativen – von KI-Übersetzern an Bahnhöfen bis zu digitalen Assistenzdiensten – werden inzwischen an verschiedenen Verkehrsknotenpunkten getestet.
Nach Abschluss des aktuellen Tests in Kinosaki prüfen die beteiligten Unternehmen eine mögliche Ausweitung auf weitere Regionen Japans. Sollte sich das System in der Praxis bewähren, könnte es ein Modell für Service-Innovation im öffentlichen Verkehr und in touristischen Dienstleistungen darstellen – ein bedeutender Schritt angesichts des fortschreitenden Arbeitskräftemangels und des wachsenden Bedürfnisses nach digitalen Assistenzlösungen.
Ein Avatar-Update von Masterclass-Avatare.
